Die Sängerschaft Bardia ist ein Zusammenschluß von aktiven und ehemaligen Studierenden. Dies hat sie mit allen anderen Studentenverbindungen gemein.
Auch weitere Prinzipien hat die Sängerschaft Bardia mit anderen Studentenverbindungen gemeinsam:
• Freundschaft
• Lebensbund
• Interdisziplinärer Austausch
• Persönlichkeitsbildung
• Zeitgemäße Ausrichtung
Einige Ziele verfolgt die S! Bardia im Gegensatz zu anderen Bünden bewußt nicht:
• Einheitliche politische oder weltanschauliche Ausrichtung
• Konfessionelle Bindung
• Soziale Einheitlichkeit ihrer Mitglieder
• Bestimmungs(=Pflicht)mensur
Ihr darüber hinaus gehender Anspruch läßt sich bereits aus dem Namen unseres Bundes ableiten:
Das musische Prinzip
Die Sängerschaft Bardia hat sich zum Ziel gesetzt, die musischen Anlagen ihrer Mitglieder zu erkennen und zu fördern und unterhält daher einen regelmäßigen Chorbetrieb. Das Repertoire reicht vom einfachen Lied über Kunstlieder bis zu vierstimmigen Chorsätzen.
Inwieweit dieser hehre Anspruch erfüllt werden kann, hängt natürlich immer von der jeweiligen Zusammensetzung der Mitglieder und deren Vorbildung ab. In einem Semester hat man eben mal zwei "Brummbären" dabei, im nächsten aber auch das Glück einen ordentlichen Tenor zu erwischen (der dies unter Umständen vorher gar nicht wußte).
Ist auch nicht ganz so wichtig, weil bei den uns der Spaß am Singen Vorrang hat, was nicht heißt, dass die Aufgabe nicht ernst genommen wird.
Freundschaft
Unsere Mitglieder (Bundesbrüder) sollen einen freundschaftlichen, respektvollen Umgang miteinander pflegen. Das heißt weder, daß man auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet sein muss, noch, daß an allen Tagen "Friede, Freude, Eierkuchen" angesagt ist. Nur in der sachlichen Auseinandersetzung lernt man, den anderen und seine Meinung zu respektieren, ohne seine Ansichten aufzugeben. Saubere Argumentation in Sachfragen und Verständnis im Umgang mit den Stärken und Schwächen des Gegenübers bereiten die Basis für den Erfolg auf menschlicher und beruflicher Ebene im späteren Leben. Gleichzeitig findet man immer einen vertrauten Gesprächspartner für persönliche Sorgen oder Interessen.
Das Lebensbundprinzip
Die Mitgliedschaft in unserem Bund ist auf Lebenszeit ausgelegt. Sie ist ein kleines Abbild des "Generationenvertrages", der beim großen Vorbild "Staat" die soziale Sicherung der Bevölkerung zum Ziel hat. In unserem kleinen Universum geht es dabei nicht nur um eine finanzielle Basis, die z. Beispiel die Existenz unseres eigenen Studentenwohnheimes sichert, sondern auch um die Unterstützung der Jüngeren in Studienfragen durch höhere Semester oder auch Bundesbrüder, die bereits im Beruf stehen (Alte Herren).
Das interdisziplinäre Prinzip
Die Mitglieder unseres Bundes spiegeln einen Querschnitt durch die Fakultäten der Bonner Universität wider. Sofern sie auch Mitglieder anderer Sängerschaften sind, sogar einen darüber hinaus gehendes Spektrum. Der Wissens- und Meinungsaustausch zwischen den Studenten verschiedener Fakultäten, der im Gewühl der heutigen Massenuniversität weitgehend verloren gegangen ist, wird in den Gesprächen unserer jungen und alten Bundesbrüder intensiv gepflegt und führt zu einem erweiterten Horizont und zu Verständnis für die anderen Fakultäten.
Persönlichkeitsbildung
Das Leben nach dem Examen verlangt vom frischgebackenen Akademiker mehr als die Auseinandersetzung in fachlichen Fragen. Man muß lernen, in Führungspositionen Gruppenarbeit zu organisieren und zu führen, Veranstaltungen und Diskussionen zu organisieren, Sitzungen und Abstimmungen zu leiten, in Ausschüssen oder Abteilungsleiter-Meetings die eigenen oder Team-Positionen gegen andere Meinungen zu vertreten etc. etc.. All das lernt man an der Uni nicht oder nur am Rande. In unserem Bund sind unsere Mitglieder vom ersten Tage ihrer Mitgliedschaft in demokratische Strukturen, Verantwortung und Mitbestimmung eingebunden. Jeder übernimmt in dieser Gemeinschaft Aufgaben und Verantwortung und lernt so, seinen eigenen Verantwortungskreis zu organisieren und mit anderen gemeinsame Aufgaben im Team zu bewältigen. Dieser "spielerische" Umgang mit Aufgaben, Verantwortung und Teammitgliedern bereitet besser auf leitende Funktionen vor als Wochenendseminare bei Unternehmensberatern oder Rhetorikschulungen (die im Rahmen unserer Semesterprogramme übrigens auch ab und an abgehalten werden).
Zeitgemäße Ausrichtung
Die Ausrichtung unserer Ziele an der Zeit, in der wir jeweils leben, ist in unserer Satzung festgeschrieben. In jeder Gemeinschaft, die - im besten Sinne - lebt, ändern sich mit neuen Zeiten und Menschen auch die Ziele und Verhaltensweisen der Gemeinschaft. Dies wollen wir und wir leben es auch. Dies heißt jedoch nicht, daß wir in jedem Semester alle Prinzipien über Bord werfen und neue erfinden, sondern daß wir mit den Anforderungen, die neue gesellschaftliche Strukturen an uns stellen, täglich wachsen und uns verändern. Dabei behalten wir unsere hergebrachten Rituale und Traditionen, die sicherlich für den Außenstehenden gewöhnungsbedürftig sind, die jedoch Ihren Sinn haben, wie in allen anderen Institutionen, die auf Ihre Unverwechselbarkeit und ihren Charakter Wert legen. Dies ist im Bundestag nicht anders als beim Opernball oder im Karneval - also auch bei uns.
